Ich hab (unterstützt von meinen Freunden in einem Philoforum) mal eine weitere Tierliste gebastelt. Philosophische Tiere, wenn man so möchte.

  • Ameise, die versehentlich Churchill "zeichnet". (Putnam)
  • Animot, das Wort, das die tierischen Unterschiede frisst. (Derrida)
  • Chinesische Enzyklopädie, die Foucault zur Ordnung der Dinge inspiriert hat. (Borges)
  • Elefanten, die religiösen Riten pflegen. (Montaigne)
  • Entenhase, der mal dies und mal das ist. (Wittgenstein)

  • Esel, der zwischen zwei Heuhaufen verhungert. (Buridan)
  • Eule der Minerva, die erst bei einbrechender Dämmerung ihren Flug beginnt. (Hegel)
  • Fledermaus, von der wir nicht wissen, wie es ist. (Nagel)
  • Fliege, der Ludwig den Ausweg aus dem Glas zeigen will. (Wittgenstein)
  • Fliegen, die man fliehen soll. (Nietzsche)
  • Gavagei, von dem man nicht weiß, ob er ein Hase oder nur ein Teil davon ist. (Quine)
  • Huhn, das als gerupftes Platon widerlegt. (Diogenes)
  • Hund, der nicht hoffen kann, dass sein Herrchen übermorgen kommt. (Wittgenstein)
  • Hund, der denkt, die Katze sei auf der Eiche. (Malcom)
  • Hund, der einer philosophischen Schule den Namen gab. (Eubulides von Milet)
  • Käfer, der womöglich gar nicht in der Schachtel ist. (Wittgenstein)
  • Kamel, Löwe, Kind, die ertragen, umstürzen und spielen. (Nietzsche)
  • Katze, die einfach auf der Matte sitzt. (Austin)
  • Katze, die unsterblich geworden ist zwischen Tod und Leben. (Schrödinger)
  • Kentaur, an dessen Existenz man nicht glaubt. (Hume)
  • Kuh, die – dem Publikum darin gleich – stets grast. (Strauß)
  • Leviathan, der auf ein Buch gebannt wurde. (Hobbes)
  • Löwe, der nicht verstanden wird, selbst wenn er spräche. (Wittgenstein)
  • Löwe, der so gut brüllte, dass er zum Buchthema taugte. (Blumenberg)
  • Nachtvogel und Adler — ich sehe was, was du nicht siehst: die Sonne. (Thomas von Aquin)
  • Nashorn, über dessen Anwesenheit Ludwig und Bertrand in Streit gerieten. (Wittgenstein)
  • Pfau, Löwe, Kamel, Schlange, Hund, Affe als die Stadien des Lebens. (Gracián y Morales)
  • Pferd in Turin, dem am 3. Januar 1889 ein Philosoph um den Hals fiel. (Nietzsche)
  • Pudel, der zum Markenzeichen seines Herrchens wurde. (Schopenhauer)
  • Raupe, deren Metamorphose nicht nur Philosophen beeindruckt. (Schelling)
  • Rosse, die zu lenken dem Menschen nicht immer leicht fällt. (Platon)
  • Schildkröte, die selbst der schnelle Achilles nicht überholen konnte. (Zenon von Elea)
  • Schnabeltier, das Kant verwirrt hätte. (Eco)
  • Schwalbe, die alleine noch keinen Frühling macht. (Aristoteles)
  • Schwarze Vögel, deren Kommen für Morgen erwartet wird. (Sartre)
  • Schwein, dessen Zufriedenheit womöglich zu gering geschätzt wird. (Mill)
  • Skorpion, der sich als Eifersucht selbst vergiftet, ohne zu vergehen. (Nietzsche)
  • Spinne, die sich in den leeren Raum stürzt und darin Søren gleicht. (Kierkegaard)
  • Spinne und Ameise, die von der Biene übertroffen werden. (Bacon)
  • Stachelschweine, die den richtigen Abstand finden (müssen). (Schopenhauer)
  • Wurm, der nicht klagen soll, wenn er getreten wird, da er sich selbst zu selbigem gemacht hat. (Kant)